Kalion - Einblicke in meine Werkstatt

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minkey
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Re: Kalion - Einblicke in meine Werkstatt

Beitrag von minkey » Mi 20. Mai 2015, 10:26

Shining hat geschrieben: Hab gesehen, dass Kalion bei Amazon nicht mehr gelistet ist. Ich habe hier also die erste, jetzt nicht mehr verfügbare Fassung von Taranga nesuara auf meinem Kindle? Ich hoffe Amazon fährt im Juni kein Update drauf. Diese Fassung wird bestimmt mal für Unmengen an Goldtalern über den digitalen Ladentisch gehen... :lol:

minkey, ich sehe uns schon:
dagobert.jpg
Ich habe sogar 2 Fassungen... :D
Die erste (bei Beam gekauft) wurde schon kurz danach durch eine zweite ersetzt (das dürfte die sein, die Du hast).
Ich bin schon gespannt auf die dritte.

@Ales: Sieh mal zu, dass Kalion ein Welthit wird. ;-)

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AlesPickar
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Re: Kalion - Einblicke in meine Werkstatt

Beitrag von AlesPickar » Fr 22. Mai 2015, 06:24

Oh ja. Das wird eines Tages teuer, all die literarischen Fehlstarts und Nacktaufnahmen aus dem Verkehr zu ziehen. Ich wache jetzt schon gelegentlich mit kalten Schweißperlen auf der Stirn auf.

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Lykon

Beitrag von AlesPickar » Fr 22. Mai 2015, 17:29

Prinz Lykon, Sohn von König Etrimen von Ximanté.

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Re: Kalion - Einblicke in meine Werkstatt

Beitrag von AlesPickar » Do 28. Mai 2015, 08:24

Falls es jemanden interessiert, hier ist mal etwas, das in die Sparte "der Autor im 21. Jahrhundert" gehört. :-)

Die Aufgabe war, zu schreiben/mailen, welches Buch das unangefochtene Lieblingsbuch ist - und warum.


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Shining
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Re: Kalion - Einblicke in meine Werkstatt

Beitrag von Shining » Di 2. Jun 2015, 19:05

AlesPickar hat geschrieben:Ich hatte allerdings zwischenzeitlich eine großartige Lektorin kennengelernt, die mich Seite für Seite wahnsinnig macht und unentwegt mein cholerisches Gemüt wie einen offenen Nerv behandelt.
hier mal nachgehakt. Was hälst Du denn von solchen Verlagen wie AAVAA? Haben die nicht auch mal die Pflicht die Autoren vor sich selbst zu schützen? sachmet hatte in einer Rezension geschrieben, dass der Autor auf Kriegsfuß mit dem Genitiv steht. Da genügt doch eigentlich schon ein Einlesen ins erste Kapitel, um als Verlag auf solche Schwachstellen hinzuweisen. Bei ebooks kann man ja wenigstens ein Update fahren, aber diese Bücher sind doch gedruckt und bleiben auf Dauer in Umlauf. Da ist es doch echt schade um den Baum, der dafür dran glauben musste. :x
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(Ich)

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Re: Kalion - Einblicke in meine Werkstatt

Beitrag von AlesPickar » Do 4. Jun 2015, 08:46

Was hälst Du denn von solchen Verlagen wie AAVAA?
Haben die nicht auch mal die Pflicht die Autoren vor sich selbst zu schützen?
Eine solche Pflicht hätten sie in meinen Augen schon. Ich bin nicht gerade begeistert von AAVAA. Sie haben ein Geschäftsmodell, das darin besteht, die Vor- und Nachproduktion (also Lektorat und Marketing) komplett zu eliminieren und die einzige Investition bei den Druckkosten zu belassen. Bis zu einem gewissen Grad finde ich es nicht schlecht, weil ich mich schon immer darüber geärgert hatte, dass die Verlagslandschaft extrem unflexibel ist (zB verglichen mit der Welt der Labels und Plattenfirmen). Somit ist es immer interessant, wenn jemand neue Modelle innerhalb des Buchbetreibs einführt und ausprobiert.

Meine persönliche Erfahrung mit AAVAA ist nur, dass sie zwar ein exotisches Modell haben, aber dennoch recht unflexibel sind. Ich hatte es erwogen, etwas mit AAVAA zu machen. Aber dann kriegst du einen Vertrag zugeschickt, der sämtliche Verwertungsrechte für etliche Jahre beansprucht und dir im Gegenzug die üblichen 8% anbietet. Ich hatte mich gerührt und gemeint: Ihr seid nicht Random House. Ich verstehe, dass ihr nicht lektoriert und in dem Falle ist es OK, da ich eine eigene Lektorin mitbringe (und bezahle), aber dann muss das der Vertrag reflektieren. Ihr könnt nicht 92% der Einnahmen beanspruchen, während Lektorat, Covergestaltung und Marketing bei mir geblieben sind. Da war allerdings kein Entgegenkommen seitens AAVAA, also flog der Vertrag in den Ofen.

Ich würde es verstehen, wenn sie sagen würden: Wir tragen keine Lektoratskosten, aber arbeiten nur mit Autoren zusammen, die (nachweislich) eigene Lektoren bezahlen. So wie es eben eine Menge Bands gibt, die ungeachtet des Labels sagen: Wir haben unseren eigenen Tontechniker, denn der versteht unseren Sound am besten. AAVAA würde dann immer noch einen Berg aus Manuskripten erhalten.

Der Vertrag war im Grunde nur der Kern der Dissonanz zwischen AAVAA und mir. Es gab da noch andere Details in unserer Korrespondenz, die recht verstörend waren. Aber das will ich hier wiederum nicht ausbreiten, da ich nun keine Mission verfolge, ihnen eins reinzuwürgen.

Verlage waren ganze Jahrhunderte (kapitalistische) Einrichtungen, die stets den Balanceakt zwischen Wirtschaftlichkeit und Kultur betrieben haben. Wenn sich nun das Interesse zu stark in Richtung Wirtschaftlichkeit (ich sage explizit nicht "Profit", denn mir ist schon klar, dass auch AAVAA nicht in Entenhausen lebt und in Geldtalern schwimmt) verlagert und der kulturellen Verantwortung keine Rechnung mehr trägt, ist es sicherlich ein langfristiger Bärendienst an allen Beteiligten. Schriftsteller brauchen eine strenge Aufsicht. Sich davon loszusagen und die Leute auf der eigenen Webseite zu ermuntern, statt einem Lektor wenigstens "Papyrus" zu verwenden (und das ist nichts gegen Papyrus - ich mag das Programm), ist nicht gerade ein Schritt in Richtung dieser Verantwortung. Wenn das publizierte Wort etwas bedeuten soll, müsste man damit eigentlich etwas liebevoller umgehen.

Und der Schwarze Peter landet dann ohnehin zumeist bei euch, denn es sind Plattformen wie fantasybuch.de, wo all diese Bücher eintreffen und wo dann manch ein Beitrag nach 90 Minuten weggelegt wird, weil man feststellen muss, dass er unlesbar ist. Die Zeit gibt einem auch niemand wieder.

Wir sind es gewohnt, dass allerlei Pseudo-Autoren sich unentwegt am Lektorat vorbeimogeln wollen, aber wenn so ein Signal dann auch schon aus einem Verlag kommt, ist es in der Tat eine kulturelle Schieflage. Ich finde, dass es Schriftsteller ohnehin deutlich schwerer haben, zu belegen, dass sie richtige Künstler sind. Das Publikum sieht sich oft als eine Menschengruppe, die im Gegenteil zum Autor keine Zeit hatte, ein eigenes Buch zu schreiben. Wenn ein Musiker sich kurz eine Gitarre schnappt und darauf drei Minuten einen Flamenco spielt, sagt jeder: "Oh, dieser Künstler. Wie hat er das nur gelernt? Habt ihr gesehen, wie seine Finger auf dem Griffbrett getanzt haben?" Als Autor erlebt man aber auch schon mal, dass einem die Leute sagen: "Netter Roman. Ich wollte auch mal einen schreiben, bin aber noch nicht dazugekommen." Niemand würde durch eine Bildhauer-Ausstellung gehen und sagen: "Oh, Statuen. Muss ich auch mal probieren." Manchmal bin ich etwas neidisch, wenn ich es mit Zeichnern zu tun habe. Die machen eine Skizze auf einem DIN-A5-Papier, jeder schaut hin und denkt: "Oh, wow. Sowas werde ich nie können." Ich kann einen 800-Seiten-Roman schreiben und manch einer denkt sich: "Oh, da hatte jemand deutlich mehr Zeit als ich."

Es ist ja auch nachvollziehbar, weil fast jeder mit 5 oder 6 Jahren Lesen und Schreiben gelernt hatte. Aber meine Qualität besteht nicht darin, dass ich Wörter aneinanderreihen kann. Und das ist dann eben auch das Problem mit AAVAA. Denn es ist nicht auszuschließen, dass einige der Autoren vielleicht auch tatsächlich gut sind - eben unter einer Kruste aus schlechtem/ungeübtem Handwerkszeug. Eine Menge berühmter Leute waren schlechte Schreiberlinge. Schriftsteller sind eben keine PR-Texter. Im Grunde wird der Künstler einer Chance beraubt, zu wachsen, wenn der Verlag ihn inhaltlich nicht begleitet. Er oder sie weiß in dem Augenblick nicht, dass es gut wäre, härter angepackt zu werden und gezwungen zu werden, Texte umzuschreiben. Das ist eben die Aufgabe einer erfahreneren Autoritätsperson innerhalb eines Verlags. Ich kann diese Rolle zum beachtlichen Teil auf eine(n) freiberufliche(n) Lektor oder Lektorin übertragen. Wenn diese Person eine starke Arbeitsethik hat, dann packt sie das Manuskript hart an, ungeachtet dessen, dass in dieser neuen Welt unser Verhältnis nun plötzlich "Kunde" und "Auftragnehmer" ist und die Intuition gebietet, dass ich als "Kunde" nicht gegängelt werde.

Die wichtigsten zwei Lektionen, die einigen gut zu Gesicht stehen würden (und die man sich am besten einmal in der Woche vor einem Spiegel vorsagen sollte) lauten:
  • a) Ich bin nicht Tolkien
    b) Tante Wilma ist keine Lektorin
Das ist ein gutes Mantra. Musste ich auch auf die harte Art lernen.

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Re: Kalion - Einblicke in meine Werkstatt

Beitrag von minkey » Di 9. Jun 2015, 12:30

Schöner Beitrag!

Zu dem ich vor ein paar Tagen eine lange Antwort geschrieben hatte, die dann beim Abschicken verschwand. (@Hexodus: Ich vermute ein Session timeout? Nach dem Abschicken musste ich mich jedenfalls neu einloggen.)

Jetzt die absolute Kurzform:
AlesPickar hat geschrieben:
  • a) Ich bin nicht Tolkien
    b) Tante Wilma ist keine Lektorin
Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber eine Lernstufe die scheinbar für die meisten SP-Autoren noch in weiter Entfernung liegt.

Nächste Stufe wäre dann:
  • Ich möchte gar nicht nicht Tolkien sein
Ein Autor wird man vermutlich erst, wenn man auch die Stufe überwindet und andere Autoren tatsächlich keine Vorbilder mehr sind.
(Und noch die Inspiration und das Handwerk dazukommen) ;-)

Und anschließend kommt dann vermutlich die wiederum nächste Stufe, auf der man sich erst mal wieder anpassen muss, weil man sich zu sehr an den eigenen Bedürfnissen an Texten orientiert und zu wenig an denen der Leser, die sich deutlich weniger mit dem geschriebenen Wort auseinandersetzen. ;-)

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Re: Kalion - Einblicke in meine Werkstatt

Beitrag von AlesPickar » Di 9. Jun 2015, 15:45

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber eine Lernstufe die scheinbar für die meisten SP-Autoren noch in weiter Entfernung liegt.
Früher waren es eben Verlage, die einem neuen Autor diese Lehren mit allem Nachdruck vermittelten. Die SP-Autoren müssen es autodidaktisch erfahren.

Aber das ist dann eben das Problem, das ich mit einem Laden wie AAVAA habe: dass sie als Verlag die Aufgabe, Schriftsteller zu professionalisieren, nicht annehmen.

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Linederion

Beitrag von AlesPickar » Mi 10. Jun 2015, 08:59

Linederion ("Lin-Lin"), Prinzessin von Kendaré, königliche Kaneya von Ximanté und Fürstin des Hauses Anpur.

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Beitrag von AlesPickar » Fr 19. Jun 2015, 15:09

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